Vivienne, eine junge, aufstrebende Journalistin bei einem Mainstreamjournal, bekommt den Auftrag, eine Story über einen nahezu unantastbaren Geschäftsmann zu schreiben. Denn der Meinung ihrer Vorgesetzten nach hat jeder ein paar dunkle Geheimnisse.
Als Vivienne den Job bei Mister Arrogant und Taktlos annimmt, bemerkt sie schon bei der ersten Begegnung mit dem Chef, was er für ein Scheusal ist.
Das verhindert allerdings nicht, dass sie sich magisch von seiner Präsenz angezogen fühlt. So sehr sie sich auch wehrt, sie kann sich ihm nicht mehr entziehen.
Das kann nur in einer Katastrophe enden.
Blick ins Buch
Nice to meet you
Dieser Job würde mich an meine Grenzen bringen. Ich wusste es und doch hatte ich ihn angenommen. Meine Chefin war der Meinung, ich bräuchte mal wieder eine wirklich gute Story. Mich undercover in diesen Laden einzuschleusen, war dann aber doch nicht so einfach gewesen. Dabei dachte ich bei der Stellenbeschreibung, so ein wenig Büroarbeit und ein paar Botengänge sollten locker zu bewältigen sein. Telefonisch hatte ich einen Termin für das Vorstellungsgespräch vereinbart. Online wäre mir lieber gewesen, doch was solls, interessant würde es auf jeden Fall werden. Der Chef dieser Firma, oder vielmehr der Eigentümer, strahlte nach außen hin eine extreme Unnahbarkeit aus. Er war wahnsinnig erfolgreich, und egal, was er begann, brachte er erfolgreich zu Ende. Nichts, aber auch rein gar nichts war über sein Privatleben bekannt. Es gab nicht einmal Fotos von ihm. Wenn er in der Öffentlichkeit unterwegs war, herrschte striktes Fotoverbot. Ich war gespannt auf diesen Mann und auf seine Geheimnisse.
Da ich nicht zu spät zu meinem Vorstellungsgespräch kommen wollte, verzichtete ich auf das Auto und nahm die Bahn, denn die könnte wenigstens nicht im Stau stecken bleiben. Das war der Plan gewesen, doch Pläne können sich ändern. Wir blieben mitten auf der Strecke stehen und die Uhr machte Ticktack. Wenn es in den nächsten zehn Minuten nicht weiter gehen würde, hatte ich keine Chance mehr, pünktlich zu sein. Verdammt!
Anscheinend hatte mich mein Glück noch nicht gänzlich verlassen, denn bald setzten wir uns wieder in Bewegung.
Die letzten Meter musste ich zu Fuß gehen und weil heute scheinbar nicht mein Tag war, fing es auch noch an zu regnen. Auf High Heels mit einem Regenschirm in der Hand zu rennen, war nicht sonderlich klug, aber nur so hatte ich noch eine Chance, pünktlich zu dem Termin zu erscheinen. Bis zu diesem Moment: Mit voller Wucht knallte ich gegen einen Typen, der mitten im Türrahmen stehen geblieben war. Ich taumelte rückwärts und landete auf meinem Hinterteil direkt in einer Pfütze. Ich blickte auf und sah direkt in das Gesicht des Mannes, der an meinem Dilemma schuld war.
Seine grünen Augen sahen auf mich herab. „Wie kann man nur so tollpatschig sein? Keine Augen im Kopf oder einfach nur blond?“ Er drehte sich um und ging in das Gebäude.
Herzlichen Dank Mister Arrogant und Taktlos! Statt einen blöden Spruch zu bringen, hätte er mir wenigstens aufhelfen können. So versuchte ich, den kläglichen Rest meiner Würde halbwegs bewahrend, wieder auf die Füße zu kommen. Ich betrat das Gebäude, während das Wasser der Pfütze meine Beine entlanglief. Ich versuchte, es zu ignorieren, und betrat den Fahrstuhl, um in den 10. Stock zu fahren. Dort war ich allein und hatte wenigstens einen Moment, um mir das Dilemma anzusehen. Wenn ich jetzt noch diesen Job bekommen wollte, musste ich wohl mit meinen inneren Werten überzeugen. Meine Finger wuschelten kurz durch meine Haare und zogen den Rock glatt. Die Tür des Fahrstuhls öffnete sich und entgegen meiner Erwartung, erst einmal in einem Flur zu stehen, stand ich mitten in einer Art Vorzimmer. An dem riesigen Schreibtisch saß eine Frau, die mich mit weit aufgerissenen Augen verwundert anstarrte. Das konnte ich ihr nicht verdenken.
„Sie haben einen Termin?“
Ja, auch wenn ich gerade nicht so aussehe, warum war ich wohl sonst hier? Oh man, ich musste meine patzigen Gedanken in den Griff bekommen, wenn ich hier mit meinen inneren Werten punkten wollte. Ich setzte mein charmantestes Lächeln auf, bevor ich antwortete: „Ja, ich habe einen Termin. Ich bin mit Herrn Gabriel zu einem Vorstellungsgespräch verabredet. In genau zwei Minuten.“
Ihr Blick, der mich mit voller Härte traf, war eine Mischung aus Entsetzen, Mitleid und Verwunderung. Trotzdem stand die Dame auf, ging zu einer Flügeltür und klopfte an. Nach einem „Ja, bitte“ öffnete sie die Tür und steckte ihren Kopf durch den Spalt. „Ihr Termin ist da, soll ich sie hereinschicken?“ Die Frage war so formuliert, als würde sie hoffen, dass er Nein sagt.
„Das wird auch Zeit. Ich bin es nicht gewohnt zu warten.“
Der sollte sich mal nicht so aufspielen, schließlich war ich noch pünktlich. Die Dame öffnete die Tür und nickte mir kurz zu. Ich betrat den Raum und weil das ja mein Tag war, eben nicht, saß hinter dem Schreibtisch in einem sehr bequemen Sessel – wer? Genau! Der Typ, dem ich mein Bad in der Pfütze zu verdanken hatte. Halleluja, das würde spaßig werden.
„Erscheinen Sie zu Ihren Terminen immer in diesem Outfit?“
Wollte er mich ärgern, testen oder war er einfach nur ein Fiesling? „Ich denke, Natürlichkeit steht mir und mich zu verstellen wäre nicht mein Stil.“
„Oh, Sie haben also Stil? Gut, dass Sie es erwähnen, da würde man sonst nicht draufkommen. Aber in Ordnung, bei mir hat jeder eine zweite Chance verdient, diese wäre Ihre. Überzeugen Sie mich von Ihren Fähigkeiten und ich vergesse Ihren Fauxpas bei unserer ersten Begegnung.“
Ich schluckte. Dieser Mensch schaffte es, mich zu ungeahnten Aggressionen hinreißen zu lassen. Mein Fauxpas? Egal, ob ich es endgültig vermasseln würde, ich musste mir Luft machen: „Also Mister Arrogant und Taktlos, wie wäre es denn gewesen, wenn Sie sich entschuldigt hätten? Immerhin standen Sie plötzlich in meinem Weg. Zumindest hätten Sie mir aufhelfen oder wenigstens fragen können, ob Sie mir helfen können. Das machen wahre Gentleman nämlich. Aber Sie … Ehrlich, mir fehlen die Worte für Ihr Verhalten. Und nun entschuldigen Sie mich, ich werde Ihre Zeit nicht weiter beanspruchen und nach Hause gehen, ein Bad und saubere Sachen habe ich mir jetzt verdient. Einen schönen Tag noch.“ Das hatte so richtig gutgetan. Meiner Chefin würde ich das schon verklickern, dann musste halt ein anderer die Story über diesen Herrn schreiben. Ich war fast an der Tür, da trafen mich seine Worte wie ein Peitschenhieb.
„Stopp! Wagen Sie es nicht, einfach zu gehen.“
Betont langsam drehte ich mich zu ihm um. Mein Blick war nicht weniger arrogant als seiner. „Warum sollte ich Ihre und vor allem meine Zeit weiter vergeuden? Für jemanden, der keinerlei Respekt und Anstand hat, bin ich gar nicht gewillt zu arbeiten. Und nun entschuldigen Sie mich bitte.“
„Ich entschuldige gar nichts und Sie setzen sich.“..
Das Buch ist als eBook und Taschenbuch im Buchhandel erhältlich.
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